Ist eine Dread Disease Versicherung sinnvoll?

Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es bereits eine alternative Möglichkeit, die eigene Arbeitskraft zu versichern und die Krankenversicherung übernimmt die Kosten notwendiger Behandlungskosten im Krankheitsfall. Welchen Sinn hat es dann dennoch, eine Dread Disease Versicherung abzuschließen?

Vorweg sei gesagt, dass eine Dread Disease Versicherung keine Krankenkasse ersetzen kann, da keine Behandlungskosten übernommen werden. Eine Dread Disease Versicherung zahlt je nach Vertrag eine monatliche Rente oder eine hohe Einmalzahlung aus und ist somit für viele eine ideale Zusatzversicherung.

Bezüglich der Berufsunfähigkeitsversicherung verhält es sich so, dass die tatsächliche Berufsunfähigkeit versichert ist, und zwar unabhängig von ihrer Ursache. Eine Dread Disease Versicherung hingegen versichert den Fall einer schweren Krankheit, unabhängig von ihrer Auswirkung auf den Beruf. Durch sie erhält man finanzielle Unterstützung und hat Geld für bessere und teurere Behandlungsmethoden oder den nötigen Umbau von Haus bzw. Wohnung. Eine BU stellt für solche Fälle keine gesonderten Mittel bereit.

Es handelt sich bei einer Dread Disease Versicherung folglich um ein Produkt, welches die Leistungen einer BU um sinnvolle Punkte erweitert. Zudem ist sie eine gute Alternative zur BU für alle, die aufgrund von Vorerkrankungen oder anderer Risiken keine oder nur eine sehr teure Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen können.

Für wen ist eine Dread Disease Versicherung sinnvoll?

Eine Dread Disease Versicherung ist für jeden sinnvoll, der sich gegen Kosten und Folgekosten schwerer Erkrankungen absichern möchte. Die finanziellen Folgen schwerer Krankheiten können enorm sein, man bedenke zum Beispiel die Pflegekosten von Demenzkranken oder die Kosten, die der rollstuhlgerechte Umbau eines Eigenheims verursachen kann, sollte der Versicherungsnehmer beispielsweise dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sein.

In den meisten Fällen geht auch die Arbeitsfähigkeit verloren, sodass man den Arbeitsplatz und somit die regelmäßigen Gehaltszahlungen verliert. Mit einer Dread Disease Versicherung erhält man im Krankheitsfall ein großes finanzielles Polster, mit dem man die wirtschaftlichen Einbußen oft kompensieren kann.

Man kann eine Schwere Krankheiten Versicherung in manchen Fällen auch als sinnvolle Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung verwenden. BU Versicherungen sind nicht verpflichtet, jeden Antrag anzunehmen. Hat der Antragssteller beispielsweise bestimmte Vorerkrankungen, kann sein Antrag abgelehnt werden oder er bekommt einen speziellen Tarif, der meist ziemlich teuer ist und einen reduzierten Leistungsumfang mit sich bringt.

In einem solchen Fall ist eine Dread Disease Versicherung sehr sinnvoll, denn die Voraussetzungen für den Abschluss einer Schwere Krankheiten Versicherung sind transparenter und weniger streng als die einer BU. So sind psychische Krankheiten oft ein Ablehnungsgrund von BU Versicherern, wogegen diese bei einer Dread Disease Versicherung keine Rolle spielen.

Welche Vorteile hat eine Dread Disease Versicherung?

Der größte Vorteil einer Dread Disease Versicherung ist sicherlich der, dass das finanzielle Polster im Krankheitsfall bereits kurz nach der Diagnose zur Verfügung steht und man von den Krankenkassen unabhängig ist. Oftmals übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten für bewährte Behandlungsmethoden und Standardmedikamente.

Die gesetzlichen Krankenkassen unterliegen dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Das bedeutet, dass sie nur Medikamente und therapeutische Maßnahmen bezahlen dürfen, die „als notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich anerkannt sind“. Bis ein neues Verfahren in den Leistungskatalog aufgenommen wird, vergehen manchmal mehrere Jahre. Mit den Mitteln aus einer Dread Disease Versicherung kann der Erkrankte auch solche Behandlungsmethoden bezahlen, wenn die Ärzte der Meinung sind, dass die Heilungschancen dadurch erhöht werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Dread Disease Versicherungen in der Regel sehr transparent sind und im jeweiligen Vertrag klar geregelt ist, unter welchen Bedingungen die Leistungen erbracht werden. Es gibt keine Notwendigkeitsprüfung oder Folgekostenabschätzung. Wenn ein Arzt eine schwere Krankheit diagnostiziert hat, welche mit der Versicherungspolice abgedeckt ist, überweist die Versicherung die vereinbarte Summe, selbst, wenn beispielsweise abzusehen ist, dass sich die schwere Krankheit nicht negativ auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherungsnehmers auswirkt (ein Schriftsteller kann schließlich auch ohne Beine noch schreiben).

Welche Nachteile hat eine Dread Disease Versicherung?

Wie nahezu alles im Leben, hat auch eine Dread Disease Versicherung einige Nachteile. Ein Nachteil ist, dass die Dread Disease Versicherung zu den Risikoversicherungen zählt. Das bedeutet, dass der Versicherer nur Geld auszahlt, wenn während des Versicherungszeitraumes ein Leistungsfall, also eine der vorher definierten Krankheiten, eintritt. Nach Ablauf des Versicherungszeitraums erhält der Versicherte kein Geld zurück.

Es gibt aber auch Dread Disease Versicherungen mit Überschussbeteiligung. Bei diesen Tarifen investiert die Versicherung die Beiträge in Fonds. Bei solchen fondgebundenen Versicherungen wird mit den Beiträgen des Versicherten zum Zwecke der Kapitalbildung in verschiedene Fonds investiert. Hat man mit seiner Versicherung eine Überschussbeteiligung vereinbart, erhält der Versicherungsnehmer nach Ablauf des Versicherungszeitraums einen Teil der erwirtschafteten Gewinne ausgezahlt.

Im Falle einer vorzeitigen Kündigung hat der Versicherungsnehmer Anspruch auf Rückerstattung seiner Beiträge. Allerdings erhält er nur den sogenannten Rückkaufwert seiner Dread Disease Versicherung ausgezahlt, welcher deutlich geringer ist, als die Summe der bis dahin gezahlten Beiträge. Der Rückkaufwert setzt sich aus den Beiträgen abzüglich Abschluss- und Vertriebskosten zusammen.

Diese Kosten werden in der Regel am Anfang des Versicherungszeitraumes angerechnet, sodass der Rückkaufwert in den ersten Jahren extrem niedrig ist, dafür aber im Laufe der Zeit stetig ansteigt. Eine vollständige Erstattung der insgesamt eingezahlten Summe gibt es bei keiner Dread Disease Versicherung, eine vorzeitige Kündigung bedeutet somit immer einen gewissen finanziellen Verlust.

Die gebotene Transparenz kann man auch als Nachteil auslegen, denn es ist nicht möglich, Leistungen einzufordern, wenn die vertraglich festgelegten Bedingungen nicht eindeutig gegeben sind. Im Klartext bedeutet das, dass man keine Leistungen erhält, wenn man nicht exakt mit der versicherten schweren Krankheit diagnostiziert worden ist.

Erleidet man beispielsweise einen Herzanfall, muss dies genau so in der Versicherungspolice stehen und nicht nur der sehr ähnliche Herzinfarkt (jeder Herzinfarkt ist auch ein Herzanfall, aber nicht jeder Herzanfall wird automatisch auch zu einem Herzinfarkt), um Zahlungsleistungen beanspruchen zu können. Ebenfalls fest definiert ist der notwendige Krankheitsgrad.

So ist es möglich, dass eine Dread Disease Versicherung bei einer vermeintlich versicherten Krankheit nicht zahlt, wenn sie sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet und keine schlimmen Folgen nach sich zieht. Ein Beispiel ist der Fall der an einer harmlosen Art von Brustkrebs erkrankten Isabella Kliebenstein.

Isabella Kliebenstein hatte eine Dread Disease Versicherung abgeschlossen, welche auch Krebserkrankungen mit einschloss. Als bei ihr „Carcinoma in Situ“ diagnostiziert wurde, verweigerte die Versicherung die Auszahlung der Versicherungssumme in Höhe von 19.800 Euro, wogegen die Erkrankte Klage einreichte. Das Landgericht Oldenburg gab der Versicherung Recht. Die Begründung:

Bei Carcinoma in Situ handelt es sich um einen Krebs im Frühstadium ohne invasives Wachstum, in diesem Fall auch ohne Tendenz zur Metastasenbildung. Diese harmlose Form von Krebs wurde in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen. Das Gericht betonte in dem Urteil, dass die Versicherungs- und Leistungsbedingungen der Dread Disease Versicherung sehr eindeutig waren. Das Urteil ist mit Begründung online nachzulesen (OLG Oldenburg Az. 5 U 87/09).

Stimmen Sie sich bei Interesse am Besten mit einem qualifizierten Versicherungsmakler ab, der noch besser abschätzen kann, ob in der aktuellen Lebenssituation eine Dread Disease Versicherung sinnvoll für Sie ist oder welche alternativen Produkte sich für eine Risikominimierung eignen.

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